Ringelai im Bayerischen Wald: Eine Reise in die Vergangenheit

Keltendorf Ringelai

Keltendorf Ringelai

Das Keltendorf in Ringelai – Reise in die Vergangenheit

MyHolidaySearch möchte im folgenden Artikel ein ganz besonderes Erlebnis für die ganze Familie vorstellen, das sie im Erholungsort Ringelai im Herzen des Bayerischen Waldes erleben können. Dort befindet sich nämlich das einzige Keltendorf in der Region und die Besucher haben die Gelegenheit, hautnah in die Welt der Kelten einzutauchen und zu erfahren, wie dieses mysteriöse Volk aus der Vergangenheit einst gelebt hat. Die Kulisse für diesen archäologischen Erlebnispark bilden mehrere frühgeschichtliche Häuser, die originalgetreu nachgebaut wurden. Hier haben die Besucher auch die Gelegenheit, verschiedene Tiere und Nutzpflanzen der Kelten kennenzulernen, sie können verschiedene Handwerkstechniken aus der Zeit der Kelten ausprobieren und können sogar beim Bau neuer Gebäude mithelfen.

Das Besondere am Keltendorf Gabreta

Beim Keltendorf Gabreta handelt es sich beileibe nicht um eine Schaueinrichtung, denn hier wird den Besuchern gewissermaßen Geschichte zum Anfassen geboten. Den Alltag in der vorrömischen Eisenzeit können die Besucher bei verschiedenen Aktionen selbst erleben, beispielsweise beim Brotbacken, Schmieden, Bogenschießen oder Töpfern. Abgerundet wird der Alltag durch die Kelten durch die Tatsache, dass auf dem gesamten Areal Skudddenschafe und Zwergziegen zu finden sind, während auf der Weide Ponys friedlich grasen. Sämtliche Gebäude wurden originalgetreu nach den Vorbildern aus den früheren vorchristlichen Jahrhunderten rekonstruiert und können auf einem Rundweg erkundet werden. Des Weiteren gibt es im Eingangsbereich einen kleinen Museumsshop sowie eine Keltenstube, in welcher unter anderem kulinarische Köstlichkeiten aus der Zeit der Kelten angeboten werden.

So ist das Keltendorf Gabreta entstanden

Den Grundstein für das Keltendorf Gabreta hatte der Bauer und Hobbyarchäologe Paul Freund gelegt: Über mehrere Jahrzehnte hinweg hat dieser auf seinen Äckern Ausgrabungen durchgeführt und dabei zahlreiche Scherben und Steine gefunden, darunter eben auch diverse Fundstücke aus der Zeit der Kelten – insgesamt umfasst seine Sammlung etwa 30.000 Objekte. Er konnte damit erstmals nachweisen, dass die Kelten auch nördlich der Donau gesiedelt hatten.

Nach dem eine Allianz mit verschiedenen Behörden und der Universität Passau geschmiedet war, konnte schließlich der erste Grundstein in Gabreta gesetzt werden. Benannt wurde das Keltendorf übrigens nach der antiken Bezeichnung für das bayerisch-böhmische Waldgebiet. Der eigentliche Aufbau erfolgte ab 1997 und wurde mit einfachen Werkzeugen und ohne moderne technische Hilfsmittel nach wissenschaftlichen Vorgaben durchgeführt.

Insgesamt besteht das Keltendorf Gabreta heute aus sechs originalgetreuen Nachbauten keltischer Häuser. Ferner befinden sich auf dem Areal ein keltischer Backofen, eine Pferdekoppel sowie Ackerflächen. Zum zehnjährigen Jubiläum des Keltendorfes wurde außerdem ein sogenannter Umgangstempel eingeweiht. Anders als es in modernen Gotteshäusern der Fall ist, waren die Tempel selbst nur den Priestern zugänglich. Öffentliche Kulthandlungen wurden hingegen vor dem Tempel durchgeführt.

Gefeiert werden im Keltendorf Gabreta selbstverständlich auch alle wichtigen Hauptfeste der Kelten. Darüber hinaus werden alljährlich verschiedene Großveranstaltungen angeboten, beispielsweise Festspiele oder der sogenannte Gabreta-Cup. Für die Teilnahme bilden die Besucher Mannschaften mit jeweils fünf Mitgliedern, die in verschiedenen Disziplinen wie Baumstammwerfen oder Bogenschießen gegeneinander antreten müssen.

Wer waren die Kelten?

Unter dem Oberbegriff Kelten werden verschiedene Volksgruppen aus der antiken Eisenzeit zusammengefasst. Diese Völker waren über nahezu ganz Europa verbreitet. Was die unterschiedlichen Stämme vereinte waren eine gemeinsame Sprache oder aber eine gemeinsame Kultur und Gebräuche. Bei allen keltischen Sprachen handelt es sich um eine indogermanische Sprachgruppe, die von einer gemeinsamen indogermanischen Ursprache abstammten.

In der Öffentlichkeit ist vor allem die Hallstatt-Kultur bekannt, die im Westen Mitteleuropas zwischen dem achten und dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte. Um 400 vor Christus wanderten die keltischen Stämme aus ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet ab und siedelten in ganz Europa. Im Zuge dieser Völkerwanderung eroberten die Kelten etwa 387 vor Christus Rom und es kam zu mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Griechen. Erst die Römer – mittlerweile zur dominierenden Großmacht im gesamten Mittelmeerraum – schafften es, die Kelten zu besiegen. Am bekanntesten dürfte Julius Caesars gallischer Krieg sein. In dessen Verlauf gelang es Caesar, den keltischen Häuptling Vercingetorix zu unterwerfen, womit auch das Ende der keltischen Kultur in Europa eingeläutet war.

Weitere Freizeitmöglichkeiten in Ringelai

Neben dem Keltendorf Gabreta bietet Ringelai den Besuchern verschiedene weitere Sehenswürdigkeiten. Dazu gehört etwa ein Hexenmuseum, welches zum Gedenken an den Hexenprozess von Fürsteneck eingerichtet wurde. Dieser ereignete sich anno 1703. Eine Magd war neben der Verhexung von Mensch und Tier auch des Giftmordes, der Verbindung mit anderen hexerischen Personen sowie des buhlerischen Umgangs mit dem Teufel angeklagt. Als Mitangeklagte standen ein 13jähriges Hirtenmädchen sowie eine verwitwete Bäuerin und Mutter von 15 Kindern vor dem Richter. Die Angeklagten waren für schuldig befunden und hingerichtet worden.

Naturfreunde sollten sich bei einem Besuch in Ringelai eine Wanderung durch die Wildbachklamm Buchberger Leite keinesfalls entgehen lassen. Hierbei handelt es sich um eine der eindrucksvollsten Schluchtlandschaften in ganz Bayern. Geprägt wird diese Schlucht von sprudelnden Bächen, steilen Felsriegeln und urwüchsigen Wäldern. Besucher können die Buchberger Leite auf dem Themenwanderweg „Mensch und Natur in der Buchberger Leite“ auf einer Länge von acht Kilometern erkunden. Unterwegs entdecken sie die urwüchsige Natur des Bayerischen Waldes. Dank des Wasserreichtums gedeihen hier die verschiedensten Blütenpflanzen wie Wechselblättriges Milzkraut oder Dunkles Lungenkraut bestens. Darüber hinaus bietet diese kurze Wanderung durch die bis zu 100 Meter tiefe Schlucht den Gästen einen Blick in die Erdgeschichte des Bayerischen Waldes.