Sehenswürdigkeiten in Pisa

Pisa, Italy. Cathedral and the Leaning Tower in Piazza dei Miracoli (Square of Miracles).

Sehenswürdigkeiten in Pisa

Die italienische Stadt Pisa in der gleichnamigen Provinz in der wunderschönen Toskana ist weltweit für den beeindruckenden Domplatz und den Schiefen Turm bekannt. Kein Wunder, dass die Stadt eines der beliebtesten europäischen Touristenziele ist. MyHolidaySearch stellt deshalb im folgenden Beitrag die interessantesten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen der Stadt vor.

Pisa liegt nahe der Flussmündung des Arno, der in die Ligurische See fließt. Das Stadtzentrum erstreckt sich über vier sehenswerte, historische Viertel: Im Süden vom Bahnhof bis zum Platz der Wunder („Piazza die Miracoli“) mit dem berühmten Schiefen Turm im Norden. Dabei ist der Mittelpunkt der Stadtviertel Santa Maria, San Francesco, Sant Antonio und San Martino die zentrale Arno-Brücke (Ponte die Mezzo).

Eine Besonderheit an Pisa ist, dass die Stadt weitestgehend echt und ursprünglich geblieben ist. Geprägt wird das Stadtbild von kleinen verwinkelten Gassen und den typischen gelbgestrichenen Häusern.

Der Schiefe Turm von Pisa und der Dom Santa Maria Assunta

Der Schiefe Turm ist mit Abstand weltweit das bekannteste geneigte Gebäude und gleichzeitig das Wahrzeichen der Stadt. Geplant war der Turm als freistehender Campanile (Glockenturm) für den Dom. Jedoch begann sich der Turmstumpf beim Bau der dritten Etage 12 Jahre nach dem Bau im Jahre 1173 in Richtung Südosten zu neigen. Danach wurde der Bau für ungefähr 100 Jahre gestoppt und die nächsten Stockwerke wurden mit einem geringeren Neigungswinkel erbaut. Das sollte die Schieflage ausgleichen. Nachdem der Bau erneut gestoppt wurde, kam es erst im Jahr 1372 zum Abschluss des Baus. Ursächlich für die Schieflage des Turmes ist der lehmige Sand und Morast im Untergrund, der sich unter dem enormen Gewicht des Turmes verformt.

Der Legende nach soll der Astronom, Kosmologe, Philosoph und Physiker Galileo Galilei die Fallgesetze bei Fallversuchen vom Turm entdeckt haben. Der Schiefe Turm als auch der Dom und das Baptisterium wurden im Jahre 1987 zum Weltkulturerbe von der UNESCO erklärt.

Der Dom Santa Maria Assunta gehört zum Schiefen Turm von Pisa und ist die Kathedrale des Erzbistums Pisa. Erbaut wurde der Dom auf dem Rasenplatz der Piazza del Duomo. Hier stehen auch der Schiefe Turm, das Baptisterium und das Camposanto Monumentale. Der Dichter D´Annunzio bezeichnete diesen Platz als Piazza die Miracoli (Platz der Wunder). Auch heute noch wird der Platz so genannt.

Obwohl die Bauzeit des Domes mehr als 200 Jahre dauerte, ist mit dem Baustoff Carrara-Marmor ein einheitliches Fassadenbild von allen Bauwerken gelungen. Zudem wurde der Dom für spätere Dombauten ein Vorbild, so zum Beispiel in Siena oder in Florenz.

Baptisterium und Camposanto Monumentale

Die Taufkirche des Doms ist das Baptisterium. Diotisalvi erbaute das freistehende Gebäude im Jahre 1152 im romanischen Stil und mit einem kreisförmigen Grundriss. Vorbild war der Anastasis Rotunde, die Grabeskirche in Jerusalem. Innen hat das Gebäude einen zweigeschossigen Stützenkranz aus Säulen und Pfeilern. Weiter besteht die Innenkuppel aus einem Kegelstumpf. In der christlichen Geschichte ist das Baptisterium die größte Taufkirche und misst einen Umfang von 107 Metern und eine Höhe von 54 Metern.

Die Friedhofsanlage Camposanto Monumentale liegt nördlich der Piazza die Miracoli und die Marmorblendarkaden im gotischen Stil wirken als beeindruckende Kulisse. Überlieferungen nach soll der Friedhof Erde aus dem Heiligen Land enthalten. Diese soll der Erzbischof Ubaldo de´Lanfranchi im Jahre 1203 von einer Kreuzfahrt mitgebracht haben. Begonnen wurde der Bau im Jahr 1278 von Giovanni di Simone. Fertiggestellt wurde es allerdings erst im Jahre 1358, nachdem der Bau nach der Niederlage bei der Schlacht von Meloria für längere Zeit unterbrochen wurde.

Santa Maria della Spina und San Paola a Ripa d´Arno

Die Kirche Santa Maria della Spina (Dornenkirche) verdankt ihren Namen einem Dorn von der Dornenkrone. Dieser Dorn wurde lange Zeit hier aufbewahrt, wobei er dann an die Kirche Santa Chiara abgegeben wurde.

Mit dem Bau der Kirche wurde im Jahre 1230 begonnen und erweitert wurde sie von dem Architekten und Bildhauer Lupo die Francesco in den Jahren 1223 bis 1225. Dieser ließ unter anderem Spitzentürme, Statuen, Giebelfelder und Ädikulen anbringen. Heute ist die Dornenkirche ein typisches Beispiel für die gotische italienische Architektur. Neben Lupo die Francesco waren viele weitere bekannte Künstler wie Andrea Pisano, Giovanni di Balduccio und Nino Pisano am Bau beteiligt.

Eine Besichtigung ist auch die Kirche San San Paola a Ripa d´Arno wert, die am westlichen Rand der Altstadt steht. Papst Eugen III. nahm die Weihe der Kirche im Jahre 1148 vor, wobei sie noch nicht fertiggestellt war. Vollendet wurde sie erst im 13. Jahrhundert unter dem Baumeister Giovanni Pisano.

Die Altstadt von Pisa

Der „Platz der Ritter“ (Piazza die Cavalieri) ist bekannt für zahlreiche repräsentative Bauten und sollte unbedingt bei einem Besuch in Pisa besichtigt werden. Auf dem Piazza die Cavalieri demonstrierte einst die einflussreiche Familie Medici ihre Macht. Heute gilt der Platz als einer der schönsten Plätze in Europa aus der Renaissance.

Zu besichtigen gibt es hier:

  • Palazzo die Cavalieri: Der Architekt Giorgio Vasari erbaute den Palast im Jahr 1560 im Auftrag der Familie Medici. Geschmückt ist der Palast durch Wappen und Statuen sowie eine pompöse Treppe.
  • Palazzo della Carovana: Hierbei handelt es sich um den ehemaligen Ältestenplatz, der heute eine Eliteuniversität beherbergt.
  • Palazzo dell´Orologio, Torre delle Sette Vie und Torre della Fame: Der Architekt Vasari erbaute den bekannten Uhrenpalast Palazzo dell´Orologio mit dem Übergang vom Stadtgefängnis (Torre delle Sette Vie) und dem Hungerturm (Torre della Fame).
  • Santo Stefano die Cavalieri: Die Kirche wurde ebenfalls von Giorgio Vasari erbaut. Die im Jahr 1567 errichtete Kirche ist bekannt für ihr beeindruckendes Inneres.

Der Botanische Garten von Pisa

Auf Betreiben des Botanikers und Arztes Luca Ghini wurde der Botanische Garten in den Jahren 1543 und 1544 gegründet. Finanziert wurde der Park unter anderem von Cosimo I. de´Medici. Geht man von dem Gründungsdatum aus, so ist der Garten einer der ältesten Botanischen Gärten der Welt.

Im Jahr 1563 wurde der Garten versetzt und befindet sich heute in der Nähe der Piazza die Miracoli. Damals standen in dem Garten noch ein naturwissenschaftliches Museum und ein Institut für Botanik. Jedoch wurde das Museum im Jahr 1814 vom Garten getrennt. Auch die Anordnung der Pflanzen wurde immer wieder geändert. Im 19. Jahrhundert fand eine Erweiterung der Fläche auf 3 Hektar statt. Heute beherbergt der Garten rund 150 Beete mit über 2000 Pflanzenarten.